Rahmenprogramm am Nachmittag

Themenschwerpunkte „Literaturmetropole Berlin“ am Nachmittag (ca. 30 Stunden)

Auf den Spuren bekannter und weniger bekannter Autoren werden Sie am Nachmittag die Stadt literarisch entdecken: bei individuellen literarischen Stadterkundungen, literarischen Führungen und Erkundungstouren mit Experten zum jeweiligen Thema, in einem Gespräch mit einer Schriftstellerin, bei literarischen Lesungen, beim Besuch eines literarischen Zeitschriftenverlags bzw. Buchverlags sowie beim Besuch des Handschriftenarchivs der Staatsbibliothek zu Berlin.

Alle Veranstaltungen am Nachmittag sind Teil des Kurskonzeptes und somit kostenlos bzw. in der Kursgebühr bereits enthalten, da sie sich inhaltlich im Wesentlichen an den Kursinhalten des Unterrichts am Vormittag orientieren.

Alles ausblendenAlles einblenden

Bei dieser Spurensuche handelt es sich um Spaziergänge, die Sie individuell in kleinen Gruppen machen können. Wir haben sechs literarische Stadtspaziergänge zusammengestellt, die Sie an Orte von literarischem Interesse führen. Sie gehen aber nicht nur spazieren! Sie bekommen Suchaufträge, Hintergrundinformationen, müssen genau beobachten, Gespräche mit Passanten führen, Fragen beantworten und – ganz wichtig – Sie präsentieren die Ergebnisse Ihrer literarischen Entdeckungstour am nächsten Kurstag den anderen Kursteilnehmern.

Direktlink

Fast das gesamte literarische Werk E.T.A. Hoffmanns entstand nach der napoleonischen Besatzung zwischen 1814 und 1822 in Berlin. Neben Adalbert von Chamisso, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Adolf Glaßbrenner und Rahel Varnhagen von Ense gehörte E.T.A. Hoffmann zu der literarisch-künstlerischen Szene, die in dieser Stadt im Spannungsfeld zwischen Restauration, Biedermeiersalon und Vorrevolution lebte und die literarische Epoche der Romantik weitgehend prägte. An den Grabstätten dieser berühmten Künstlerpersönlichkeiten aus dem 19. Jahrhundert werden deren Texte entdeckt und gelesen.

Direktlink

Als Jurastudent an der Humboldt-Universität beschreibt Heinrich Heine 1822 den repräsentativen Umbau der preußischen Hauptstadt mit süffisant-kritischem Blick. Er schildert das Leben auf dem neu gestalteten Boulevard Unter den Linden, an der Universität, in den Theatern, Lokalen und Salons der romantischen Epoche. „Berlin ist gar keine Stadt …“ – eine Sentenz des großen Dichters. Eine literarische Zeitreise entlang des Boulevards Unter den Linden. „Im Gepäck“: Textpassagen aus den Heine-Briefen und die Frage „Wie viel Heine steckt heute noch in dieser Stadt?“

Direktlink

Heinrich von Kleist war im literarischen Leben seiner Zeit ein Außenseiter. Weder der Weimarer Klassik noch der Romantik ließ er sich eindeutig zuordnen. Im Fokus all seiner Werke steht der Konflikt zwischen dem Individuum und dessen Pflicht, sich in die Allgemeinheit einzuordnen. Daran ist Kleist letztendlich selbst zerbrochen. Vereinsamt, ohne Hoffnung und Perspektive („nicht ein einziger Lichtpunkt in der Zukunft“) fand Heinrich von Kleist in der unheilbar krebskranken Henriette Vogel (1777 – 1811) eine Freundin, die bereit war, mit ihm zu sterben. Am 21. November 1811 erschoss er sie und sich am Ufer des Kleinen Wannsees.
Diese literarische Spurensuche führt an den Ort, an dem Kleist seinem Leben ein Ende setzte. Es werden Auszüge aus seinen bedeutendsten Werken gelesen: „Das Käthchen von Heilbronn“, „Der zerbrochne Krug“, „Amphitryon“, „Penthesilea“ und „Die Marquise von O.“ und so wird Kleist wieder lebendig.

Direktlink

„Ich habe vier Jahre in Erkner gewohnt (1885 bis 1889), und zwar für mich grundlegende Jahre. Mit der märkischen Landschaft aufs innigste verbunden, schrieb ich dort Fasching, Bahnwärter Thiel und mein erstes Drama Vor Sonnenaufgang. Die vier Jahre sind sozusagen die vier Ecksteine für mein Werk geworden.“ (Brief Gerhart Hauptmanns vom Dezember 1936 an die Gemeinde Erkner) Seit 1987 beherbergt die Villa Lassen das Gerhart-Hauptmann-Museum mit einer Ausstellung zum Leben und Werk des Dichters. Es ist deutschlandweit das einzige seiner Art. Die Führung durch das Hauptmann-Museum vermittelt einen Gesamtüberblick über das Schaffen des Nobelpreisträgers und bedeutenden Vertreters des Naturalismus.

Direktlink

Die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts waren für Künstler und Intellektuelle eine extrem dynamische und kreative Zeit und sind in der deutschen Kulturgeschichte von großer Bedeutung. Eines der lebendigsten Zentren dieser Jahre war der Berliner Nollendorfplatz. Hier herrschte eine Atmosphäre von Dekadenz, während draußen bereits die Nazis marschierten und ihren Schrecken verbreiteten. Im Schöneberger Nachtleben begegneten sich Intellektuelle und Bohemiens. In seinem Weltbestseller „Goodbye to Berlin“, literarische Vorlage für das Musical „CABARET“, schildert Christopher Isherwood die aufgeladene Atmosphäre dieser Zeit in diesem Kiez. Viele bekannte Schriftsteller und Künstler haben damals hier gelebt, gearbeitet, gefeiert und auch gekämpft: Klaus Mann, Gottfried Benn, Else Lasker-Schüler, Nelly Sachs und Erwin Piscator. Dieser literarische Nachtspaziergang führt Sie an die Orte rund um den Nollendorfplatz, die in den „Goldenen Zwanziger Jahren“ von zentraler Bedeutung waren.

Direktlink

Wie kein anderer Dichter des 20. Jh. hinterließ Brecht seine Spuren im Stadtbild. Seine Wirkungsstätten lagen Anfang der 50er Jahre nah beieinander: Admiralspalast, Deutsches Theater, Berliner Ensemble und seine letzte Wohnung mit Blick auf den Dorotheenstädtischen Friedhof, wo er begraben liegt. Auf der Führung werden an authentischen Orten historische Tonaufnahmen eingespielt. Über Kopfhörer kann man am Berliner Ensemble hören, wie Brecht die Moritat von Mackie Messer singt oder Helene Weigel am Deutschen Theater das Lied der Mutter Courage. Die Aufnahmen aus verschiedenen Theateraufführungen werden ergänzt durch weitere Tondokumente, wie Brechts Verhör vor dem Ausschuss für unamerikanische Betätigung. Ein kultureller Leckerbissen für alle Brecht-, Literatur- und Theaterliebhaber!

Direktlink

Zehra Çirak, 1960 in Istanbul geboren, kam als Zweijährige nach Deutschland und lebt seit 1982 in Berlin. 1987 erschien ihr erster Gedichtband „Flugfänger“, dem weitere Gedichtsammlungen bei renommierten Verlagen folgten. Für ihre Lyrik erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. 2001 den Adelbert-von-Chamisso-Preis für Autoren nicht deutscher Muttersprache, die auf Deutsch schreiben. Spielerisch geht Zehra Çirak mit ihrer Herkunft und der deutschen Sprache um. Ihre eigene Sinneserfahrung ist ihr wichtig, lyrisches Material findet sie im Alltäglichen. Die Lust an der Sprache, auf Komisches und Hintergründiges, ist in ihren Gedichten überall spürbar. Aber auch den „Umschlag vom Spiel in den Ernstfall“ einer Grenzgängerin zwischen den Kulturen findet man in den Gedichten.

Direktlink

Der Ch. Links Verlag wurde 1990 gegründet. Anliegen war es zunächst, die "weißen Flecken" der jüngsten deutschen Geschichte aufzuarbeiten und die realen Verhältnisse in der DDR zu analysieren. Das thematische Spektrum mit dem Schwerpunkt Politik und Zeitgeschichte wurde inzwischen beträchtlich erweitert und ist zum einen von den Problemen der heutigen Bundesrepublik, zum anderen von internationalen Konflikten geprägt. Autoren wie Alexander Osang und Christoph Dieckmann finden ihren Platz in der Literarischen Publizistik, wo insbesondere wirklichkeitsnahe Literaturformen wie Reportage, Essay, Porträt und Kolumnen erscheinen, aber auch groß angelegte Reisereportagen. Die jüngste Reihe - Länderporträts - folgt dem Konzept, dem Leser in feuilletonistisch-lockerem Stil Hintergrundwissen zu jeweils einem Land zu vermitteln, Klischees zu hinterfragen und über Gesellschafts- und Alltagsleben aufzuklären.

Direktlink

Die Staatsbibliothek zu Berlin, auch Stabi genannt, ist die größte wissenschaftliche Universalbibliothek im deutschsprachigen Raum. Zu ihren Aufgaben gehört u.a. die Aufarbeitung und Archivierung ihr übertragener Nachlässe von verstorbenen Schriftstellern. Bei diesem Termin in der Handschriftenabteilung der Stabi haben Sie die einzigartige Gelegenheit einmal zu sehen, was von einem Schriftsteller nach seinem Tod „übrig bleibt“. Sie können erfahren, wie der schriftliche Nachlass (Briefe, Urkunden, Reisenotizen, Werkmanuskripte etc.) des bedeutenden Schriftstellers und Naturforschers Adelbert von Chamisso wissenschaftlich erschlossen wird: von der Entzifferung der Handschriften, der Datierung von Dokumenten über die Recherche zu im Nachlass genannter Personen bis hin zu der Konservierung der Blätter für die Zukunft und einer digitalisierten Veröffentlichung.

Direktlink

An einem Nachmittag haben Sie die Möglichkeit, sich eine Literatur-Verfilmung gemeinsam mit Kommilitonen anzuschauen. Hier eine Auswahl der Filme, die man sich ansehen könnte:

„Die Manns – Verfall einer Familie“, 1992; „Schloss Gripsholm, 1963; „Der geteilte Himmel“, 1964; „Irrungen, Wirrungen“, 1966; „Die Spur der Steine“, 1966; „Rheinsberg“, 1967; „Effi Briest“, 1970; „Die neuen Leiden des jungen W.“, 1975; „Deutschstunde“ (Siegfried Lenz), 1979; „Woyzeck“, 1979; „Der Zauberberg“, 1981; „Der Schimmelreiter“, 1984; „Mephisto“, 1986; „Das Schloss“, 1997; „Gripsholm“, 2000; „Herr Lehmann“, 2003 „Buddenbrooks“, 2009

Direktlink